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Redegewandt, kompetent und immer hilfsbereit, aber
persönlich sehr bescheiden und stets verlässlich – das war unser
langjähriger Zweiter Vorsitzender Prof. Dr. Dietrich Grille.
Wir trauern um ihn, der in den Abendstunden des 19. März 2011 im Alter von
75 Jahren plötzlich und für alle unerwartet verstorben ist.
Der in Gotha geborene Politik-Wissenschaftler, Vater von vier Kindern und
Großvater von sieben Enkelkindern war vor seiner Pensionierung als Prorektor
an der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule in Nürnberg tätig. Als
Landesvorsitzender und Vizepräsident des Bundesdachverbandes für
Hochschullehrer gestaltete er die Entwicklung der Fachhochschulen in
Deutschland wesentlich mit.
Lange Jahre engagierte er sich politisch als stellvertretender
Kreisvorsitzender und Tennenloher Ortsvorsitzender der CSU.
Dietrich Grille war langjähriger Vorsitzender des Ortskuratoriums
„Unteilbares Deutschland“. Tief verankert im christlichen Glauben kämpfte
er, der die kommunistische Diktatur selbst erleben musste, für die
demokratischen Rechte der Menschen in der DDR.
Er übernahm führende verantwortliche Funktionen in der
Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft, dem Politisch-Akademischen Club, dem
Arbeitskreis Staatsbürgerliche Bildung Nürnberg, dem Institut für
Technik-Geschichte an der Fachhochschule Ansbach und der Evangelischen
Gemeinschaft für soziale Fragen. Nicht zuletzt war er außerdem Gründungs-
und Vorstandsmitglied der Erlanger Bürgerstiftung und dort zuletzt
Vorsitzender des Stiftungsrates.
Wie findet ein so engagierter und viel beschäftigter Mann die Zeit, auch
unseren Verein aktiv zu unterstützen, mag sich da mancher fragen?
Als seine Frau Ursula, die nach einem Behandlungsfehler an den Rollstuhl
gefesselt war, sich aktiv in die Arbeit der Notgemeinschaft
Medizingeschädigter einbrachte, lernte ich durch unsere enge Zusammenarbeit
kurze Zeit später auch Dietrich Grille kennen. Bewundernswert war für mich
schon damals, wie sehr er das Engagement seiner Frau unterstützte.
Nach ihrem leider viel zu frühen Tod übernahm er wie selbstverständlich die
Mitgliedschaft seiner Frau und unterstütze den Verein auch materiell in
vorbildlicher Weise weiter, was den Fortbestand der Geschäftsstelle der NGM
im Haus der Gesundheit in Erlangen sicherte.
Als im Jahr 2005 die Funktion des Zweiten Vorsitzenden neu zu besetzen war,
zögerte er keinen Moment mit seiner Zusage, diese Aufgabe zu übernehmen, die
er bis zu seinem Tod innehatte.
Er stellte die Arbeit unseres Vereins bei vielen Veranstaltungen im Raum
Erlangen vor.
In anerkennenswerter Weise moderierte und kommentierte er die Regionalen
Treffen. Im Redaktionsteam unserer Rundschreiben werden seine oft im
„Klartext“ trefflich formulierten Beiträge vermisst werden und schwerlich zu
ersetzen sein. Dietrich Grille hat immer geholfen wenn Not am Mann war. Wir
werden ihn in den Vorstandssitzungen vermissen und seine Ratschläge werden
uns in der gesamten Vereinsführung immer wieder fehlen.
Bescheiden und verlässlich, oft aus dem Hintergrund agierend, so ist mir
Dietrich Grille bekannt gewesen. Unzählige Ehrenämter hatte er übernommen
und war Mitglied in vielen Vereinen gewesen. Für seine besonderen Verdienste
wurde er im Jahr 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.
Die Notgemeinschaft Medizingeschädigter -Patient im Mittelpunkt- e.V.
verliert mit ihm einen außergewöhnlichen Menschen. Die Lücke, die er
hinterlässt, wird nur schwer zu schließen sein.
Wir werden ihm stets ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren. Unsere
aufrichtige Anteilnahme gilt seinen Kindern, Enkeln und Angehörigen.
Die Vorstandschaft der Notgemeinschaft Medizingeschädigter -Patient im
Mittelpunkt- e.V.
Ewald Kraus / Erster Vorsitzender
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