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Gedenkworte zur Aussegnungsfeier von Prof. Dr. Dietrich
Grille in der Altstädter Kirche in Erlangen. Vorgetragen am 25.03.2011, vom
Ersten Vorsitzenden der Notgemeinschaft Medizingeschädigter -Patient im
Mittelpunkt- e.V., Ewald Kraus.
Es weht der Wind ein Blatt vom Baum, von vielen Blättern eines,
das eine Blatt man merkt es kaum, denn eines ist ja keines.
Doch dieses Blatt allein, war Teil von unserem Leben,
darum wird dieses eine Blatt, uns immer wieder fehlen.
Liebe Angehörige und Freunde des Verstorbenen, werte Trauergemeinde.
Was dieses Gedicht eines unbekannten Dichters ausdrückt, müssen wir heute
schmerzlich erfahren. Prof. Dietrich Grille wird uns allen sehr fehlen.
Obwohl wir um die Vergänglichkeit unseres Lebens und das unserer
Angehörigen, Verwandten, Freunde und Bekannten wissen, verdrängen wir jeden
Gedanken daran.
Wir versuchen zu ignorieren.
Der Tod belehrt uns jedoch immer wieder eines Besseren.
Der Tod eines lieben Menschen, der uns heute hier zusammengeführt hat,
beweist uns, beweist jedem einzelnen aufs Neue, wie schwer es uns fällt, mit
der schlichten Wahrheit fertig zu werden, auf der unsere ganze Existenz
aufbaut.
Der Tod eines Menschen, den wir gekannt haben, dessen Leben unser Leben
mitbestimmt, mit beeinflusst hat, macht uns dann aber um so eindringlicher
bewusst, dass Versuche dieser Art zum Scheitern verurteilt sind. Wer lebt,
muss auch dem Tod ins Auge blicken.
Wie schwierig das ist, erleben wir heute.
Wir müssen uns von einem Menschen verabschieden, dessen Leben viel zu früh
abgelaufen ist und der noch so viel vorhatte und der noch so viel
aufzuarbeiten hatte.
Ich durfte Dietrich Grille schon bald danach kennenlernen, als sich seine
Frau Ursula aktiv in die Arbeit der Notgemeinschaft Medizingeschädigter
einbrachte und konnte so erfahren wie sehr er diese Aufgabe immer
unterstützte. Nach ihrem Tod übernahm er, wie selbstverständlich, die
Mitgliedschaft seiner Frau und unterstütze den Verein auch materiell in
vorbildlicher Weise weiter, was den Fortbestand der von ihr errichteten
Geschäftsstelle im Haus der Gesundheit in Erlangen sicherte.
Als im Jahr 2005 die Funktion des Zweiten Vorsitzenden neu zu besetzen war,
zögerte er keinen Moment mit seiner Zusage, diese Aufgabe zu übernehmen, die
er bis zu seinem Tod innehatte.
Er stellte die Arbeit unseres Vereins bei vielen Veranstaltungen im Raum
Erlangen vor.
Er moderierte und kommentierte in anerkennenswerter Weise die regionalen
Treffen.
Im Redaktionsteam unserer Rundschreiben werden seine oft im „Klartext“
trefflich formulierten Beiträge vermisst werden und schwerlich zu ersetzen
sein.
Dietrich Grille hat immer geholfen wenn Not am Mann war.
Wir werden ihn in den Vorstandssitzungen vermissen und seine Ratschläge
werden uns in der gesamten Vereinsführung immer wieder fehlen,
wie er auch den Familien seiner Kinder und seinen Enkeln fehlen wird.
Liebe Angehörige,
wir sind ärmer geworden und auch wir beklagen schmerzlich den Verlust ihres
Vaters und Opas, der unser Leben reicher gemacht hat.
Das wird ihnen nicht helfen, das kann Sie vielleicht aber ein wenig trösten.
Wir trauern alle um ihn und wir werden immer wieder an ihn denken.
Und dieses Gedenken wird dann bestimmt sein von großer Achtung und
herzlicher Dankbarkeit.
Wir verneigen uns in Ehrfurcht vor dem Verstorbenen und sprechen ihnen,
seinen Kindern, Enkeln und Angehörigen unsere tiefe Anteilnahme aus.
Ewald Kraus / Erster Vorsitzender
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